Degus


Herkunft und allgemeine Infos
Warum Degus halten? Und warum nicht?
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Doch nicht das Richtige? Dann...
Zurück nach Hause!

Degus (lat. Octodon degus) sind etwa 200g schwere, gesellige Nagetiere, deren Heimat in Chile, Südamerika liegt. Dort sind sie übrigens nicht so gerne gesehen, da sie genau wissen, was schmeckt ;-)  Sie tragen den Beinamen "Trug- oder Strauchratten", allerdings haben sie mit Ratten, wie wir sie kennen, wenig zu tun. Unglaublich, aber wahr: man zählt sie heute zu den Stachelschweinverwandten.

Die natürliche Färbung nennt sich Agouti: ein warmer Braunton mit zumeist hellerer Bauchseite. Zusätzlich gibt es noch die Farbe Blau (Blaugrau), Schecken mit Weiß und Sand (helles Braun). Wobei, wenn ihr mich fragt, die natürliche Färbung wunderhübsch ist und keiner Verbesserung bedarf.
Der behaarte Schwanz besitzt am Ende einen Puschel, der allerdings auch fehlen kann: die Schwanzhaut weist eine Sollbruchstelle auf. Packt ein Raubtier (oder ein uninformierter Mensch) den Degu am Schwanz, reißt die Haut ab und der glückliche Degu rennt was das Zeug hält. Eine clevere Überlebensstrategie, aber diese Haut wächst leider nicht nach. Die Blutung stoppt üblicherweise rasch, der nun nackte Schwanzknorpel trocknet mit der Zeit ein und fällt ab: der Degu bekommt ein Stummelschwänzchen, was ihn aber glücklicherweise nicht besonders behindert.  

In ihrer Heimat leben Degus gesellig und graben Baue, in die sie sich bei Gefahr oder zum Schlafen zurückziehen. Ein Wächter warnt ähnlich den Murmeltieren, wenn Gefahr droht. Degus kommunizieren mit Zwitscherlauten, die wirklich herzallerliebst klingen. Aber sie können auch quietschen und quäken und das lauter als man denkt. Ihre Nahrung ist natürlicherweise eher karg (wenn sie sich nicht gerade an menschlichen Vorräten vergreifen). Die Tragzeit ist im Vergleich zu anderen Nagern eher lang und es kommen bis zu 10 voll entwickelte Jungtiere zur Welt, die schon kurze Zeit nach der Geburt ihre ersten Erkundungstouren unternehmen.

Auch wenn kuschelnde Degus durch ihre Körperform häufig ein wenig mopsig und eher gemütlich wirken, haben sie ein großes Bewegungsbedürfnis, sind flink und aktiv und ständig am Blödsinn machen (wenn sie nicht gerade Siesta halten). Sie können gut klettern, graben, laufen und springen, sind also wahre Allrounder. Ihre Vorderpfötchen sind geschickt, ihre ständig nachwachsenden Zähne scharf, das Gehör ist gut und schlau sind die (tschuldigung) Mistviecher auch noch! Ich verstehe, warum die Chilenen nicht gerade begeistert sind... *lach*

Okay, fassen wir zusammen: Degus sind aktive kleine Kobolde, die niemals allein sein wollen, Bewegung brauchen und Verstecke lieben. Niedlich sind sie auch noch, also: warum nicht ein paar Degus halten? Ha, gute Frage! Lass mich darauf näher eingehen...

Warum Degus halten?

Pro: Degus sind, anders als Ratten, Mäuse, Hamster, NICHT dämmerungs-und nachtaktiv. Man bekommt sie tagsüber zu Gesicht und sie machen dann auch "Programm".





Pro: Degus sind neugierig und können sehr zutraulich werden.





Pro: Degus sind aktiv und clever und es macht Spaß, sie zu beobachten.







Pro: Degus zeigen ein hohes Maß an Natürlichkeit.




Pro: Degus riechen kaum und sind günstig im Unterhalt.







Pro: Degus haben eine im Vergleich zu Ratten oder Mäusen hohe Lebenserwartung (durchschnittlich etwa 5 Jahre, aber auch Tiere mit 8 oder 10 Jahren gibt es zuhauf).

Und warum nicht?

Contra: Degus sind, seien wir mal ehrlich, IMMER aktiv. Ich würde sie niemals im selben Zimmer unterbringen, in dem man auch schläft (getestet, nicht für gut befunden). Wenngleich sich manche Gruppen an die menschlichen Ruhezeiten anpassen, muss das nicht zwingend sein, und leichter Schlaf wird durch Nagen, Laufradlaufen und die natürlichen Laute gestört.


Contra: Degus sind keine Streicheltiere. Man bekommt zwar 99,9% zumindest futterzahm und viele kommen auch auf die Hand, aber dass sich ein Degu geduldig herumtragen oder kraulen lässt, ist eher selten. Zwingen sollte man sie tunlichst nicht: ein Biss ist schmerzhaft.


Contra: damit Degus ihr volles Programm durchziehen können, brauchen sie Platz und Anregung. Der Käfig muss ausbruchssicher sein - sonst brechen sie aus ;-) Kein Plastik, das haben sie in Nullkommanix durch. Ungeschützte Holzkanten? Danke für das Gespräch. Der Deguknast sollte laut TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz) für zwei Tiere mindestens eine Größe von 100 * 50 * 100cm aufweisen. Mehr ist immer besser!


Contra: keine bunten Fellfarben, keine schmusigen Kuscheltiere. Degus haben ihren eigenen (sturen) Willen. Mehr muss dazu eigentlich nicht gesagt werden.


Contra: der benötigte große Käfig riecht zwar wenig, eine Komplettreinigung alle paar Wochen ist dennoch arbeitsintensiv. Die Ernährung ist in der Tat günstig, weil karg (Grundnahrungsmittel: Heu!). Ottonormalhalter läuft jedoch Gefahr, seine Tiere (aus lauter Liebe) zu mästen, was sich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Teuer ist die Anschaffung des großen Käfigs und eventuelle Tierarztkosten.


Contra: Tja. Hohe Lebenserwartung bedeutet längere Verantwortung. Ach dazu muss man eigentlich nicht mehr sagen, außer vielleicht: es warten viele Degus in Tierheimen oder bei Tierschutzvereinen auf ein neues Zuhause.

Du willst immernoch Degus?
Kannst du haben! :-)

Du musst: dich einlesen (gute Links findest du ganz unten). Ja, noch mehr lesen. Ganz wichtig!
Du brauchst: einen großen Käfig, und dafür ausreichend Budget. Die Tiere selbst sind das Günstigste an der ganzen Sache. Je nach Käfig und Einrichtung (Marke Eigenbau oder fertige Lösung) brauchst du etwa 200 Euro aufwärts, bei gekauften Volieren deutlich mehr.
Außerdem: Platz, Zeit, Geduld, Einfühlungsvermögen.



P.S.: Ach, ein Wort noch zum Thema "Infos". Stichwort "Informationsgesellschaft", eigentlich müssten wir alles, was wir wissen wollen, jederzeit in mehrfacher Ausführung finden können. Stimmt! Aber: das alles verlangt etwas von dir, nämlich eine kritische Einstellung!  Du willst dir Tiere ins Haus holen und dich gut Informieren? Prima! Ein paar Tipps zur Informationsbeschaffung:

- Vertraue niemals blind. Fachbücher oder Internetseiten können irren, das tun sie häufig. Besonders (aber nicht immer), wenn sie schon älter sind. Sogar Tierärzte sind nicht zwingend auf dem neuesten Stand.
- Vertraue niemals nur einer Quelle. Schau dir mehrere Internetseiten an, vergleiche.
- Bilde dir eine eigene Meinung. Meinungen, auch von Experten, gehen vielfach auseinander. Das ist normal. Entsprechend findest du auch schon mal unterschiedliche Empfehlungen. Schalte dein eigenes Gehirn ein, denk nach, ziehe deine Schlüsse, red mit den Leuten.


Unsere Mädels

Ich bin nicht gerade ein Degu-Neuling. Auf den Degu bin ich im Oktober 2002 gekommen und bis 2014 waren welche von den Fellkugeln bei mir. Haltung und Infos haben sich seit damals sehr verändert, und das ist gut so! Es ist spannend gewesen, den Werdegang der Degus als Haustiere mitzuerleben. Vom Zeitalter der doofen Fragen, selbst beim Tierarzt: "Degus, das sind doch Reptilien?" über die ersten Farbzüchtungen, die auf Messen und in Foren auftauchten bis hin zu einem gewissen Trend inklusive speziellem Futter, Fernsehbeiträgen und der Gründung von spezialisierten Tierschutzvereinen habe ich bzw. haben mich mich die Zwitscherchen begleitet. Ich habe dabei einiges erlebt, viele liebe Leute kennen gelernt, einmal Babies aufwachsen sehen dürfen (ein bei mir untergebrachtes Notfalltier war trächtig), bei einem Fotoshooting für einen Degu-Ratgeber mitgemacht (in dem meine Tiere und ich tatsächlich abgebildet sind *angeb*), Käfige selbst gebaut und manches mal auf schmerzliche Weise Abschied genommen.

Hier ein paar Fotos meiner früheren Bande: Tilia, Linnéa, Valeri, Sunny und Mimo. Die Mädels wurden alle über 5 waren immernoch gut drauf. Tilia ist bei mir geboren worden, Linnéa kam als Handaufzucht von Privat, Valeri kam vom Tierschutz und aus schlechter Haltung, Sunny und Mimo sind Schwesterchen und kommen ebenfalls von Privat. Die beiden Jungspunde waren fast blind, was bei Degus häufiger vorkommt, sie aber nicht besonders stört. Erstaunlich, nicht wahr?

Die 5 lebten lange in einem umgebauten Schwerlastregal mit Sand-Sonnenetage und ließen es sich gutgehen. Sie waren wie alle Degus verfressen, neugierig, aktiv, sozial... tja, wie Degus nunmal so sind! Und trotzdem sind waren alle grundverschieden. Kleine Individuen eben!



Du willst mehr wissen? Ein paar Links für dich....

www.degus-online.de




>> Jede Menge Infos! Haltung, Ernährung, Verhalten, Krankheiten, Kosten, Geschlechtsbestimmung... Mit Forum und Kleinanzeigen, Käfigbauanleitungen und jeder Menge Tipps!

www.tierschutz-tvt.de

>> Seite der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. Mit Merkblättern zur Haltung verschiedener Tierarten.
www.deguhilfe-sued.de
>> Ein Tierschutzverein, der sich ganz den Degus verschrieben hat. Du suchst Tiere im deutschen Süden? Hier wirst du fündig.
Übrigens: es gibt auch deguhilfe-nord und deguhilfe-west ;-)

Übrigens: Auf den Inhalt verlinkter Seiten habe ich keinen Einfluss. Aber das ist euch ja sicherlich klar....

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