Maine Coons



Unsere Kater: Titus und Xan
Woran erkenne ich einen guten Züchter?
Warum Rassekatzen?
Weitere kätzische Mitbewohner
Doch nicht das Richtige? Dann...
Zurück nach Hause!

 
Titus ist ein ganz besonderer Kater. Es tut mir leid, aber das muss ich sagen - ja, ich glaube das wirklich, ehrlich und aufrichtig. Da müsst ihr jetzt durch!
Jedenfalls, Titus ist was Besonderes. Seine allabendliche Lieblingsbeute ist... ich trau mich gar nicht, es zu sagen.... ist... ach, das glaub ihr mir sicher nicht....also, puh... äh... ein Paar selbstgestrickte Wollsocken. Jetzt ist es raus! Titus hat einen Sockenfetisch! Ich glaube, jetzt geht es mir besser. Ihm sowieso, er liebt Socken halt einfach. Damit wir uns richtig verstehen: Gewaschene. Ungetragene. Er hat KEINEN Käsefetisch.
Früher hat er alles an Socken geklaut, was er nur finden konnte. Das klingt lustiger, als es tatsächlich ist, weil man dadurch noch mehr (löchrige) Einzelsocken und einen maulwurfartig in Schrank, Schublade und Wäschekorb lebenden Kater hat. Irgendwann schwenkte er von den 0815-Socken (laaaaangweilig) um auf selbstgestrickte Wollsocken. Und wie jeder Katzenhalter weiß, ist der Katzensturkopf widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse als die Titanhülle einer beliebigen Weltraumsonde. Also haben wir eurer nervigen Katzenhoheit ein Paar Opfersocken überlassen, die übrigens durch nichts zu ersetzen sind. Meine liebe Oma strickt leider schon im Himmel und bevor ich stricken lerne, fällt mir so eine Weltraumsonde auf den Kopf. Beides ist, fürchte ich, etwa gleich wahrscheinlich.

Kätzische Gartenhelfer Titus kam mit 14 Wochen aus dem Hause Auchentoshan zu uns. Ja, es war ein langes, ungeduldiges Warten, denn wir wusste schon bald nach seiner Geburt, dass er bei uns einziehen würde. Bei unserem ersten Besuch wollten wir nur mal gucken. Haha. So naiv waren wir wirklich! Wir waren auf der Suche nach einem kleinen Maine Coon-Kater, und wir hatten vor, uns ein paar anzusehen: man sollte sich schließlich Zeit lassen, verschiedene Eindrücke sammeln, sorgfältig abwägen und das Tier auswählen, bei dem es wirklich passt. Die Kitten sind nebenbei schließlich nicht billig, wobei ich als Katzenliebhaber natürlich nie auf den Preis schauen würde. Naja, sagen wir, ich denke nach dem Ausgeben nicht mehr allzu lange darüber nach.
Wir hatten also jede Menge wohlüberlegte Vorsätze, wir hatten einen PLAN. Und da war dann Titus: winzig und unerschrocken, grade mal krabbeln können und schon mit den großen Geschwistern spielen wollen, noch kaum sehen können, aber schon sooo neugierig - kurzum: ein niedlicher, kugeliger, plüschiger Draufgänger. Und wir, wir mussten unsere Niederlage einsehen. Die sympatische Züchterin riet uns, es ruhig nochmal zu überschlafen. Sie könne uns auch andere Catterys mit Kitten empfehlen, wenn uns die Farbe nicht gefallen sollte. Unsere Antwort: Nein, wir würden nichts nochmal überschlafen müssen. Ich mag manchmal naiv sein, aber ich weiß zumindest, wann es an der Zeit ist, den Selbstbetrug aufzugeben: Wir waren nicht mehr Herr der Lage. Titus hatte uns bereits fest um die winzige Pfote gewickelt. So sollte es dann eben sein! Natürlich durften wir den kleinen Kerl in der Zeit bis zum großen Umzug besuchen. Es war jedesmal toll, naja, Kunststück: Kaffee und Kuchen und kleine Babymiezekatzen! Und unser Titus, der beständig an Größe und Niedlichkeit zulegte .

  Und heute? Titus ist ein wahres Engelchen, mit der Erziehung hat alles prima geklappt. Er würde zum Beispiel niemals auf den Tisch springen, wenn wir essen. Stattdessen wartet er geduldig auf dem Schoß und starrt das Essen tot, damit es nicht wegläuft. Er hilft bei allen anfallenden Tätigkeiten mit, z.B. beim Wäsche waschen, indem er die frische Wäsche mittels Katzenkörperwärme nachbügelt. Beim Geschenke einpacken legt er die Pfote mit an, beim Kochen kümmert er sich um Dinge, die runterfallen (also, hühnchenfiletartige Dinge), und so weiter.
Er ist ein Goldschatz und wir würden ihn um nix in der Welt eintauschen. Und es ist erstaunlich, wie schnell tiefe Kratzer an Schultern und Rücken doch tatsächlich wieder abheilen...

Unser Xan kam damals wie gerufen zu uns. Trennungen sind, auch wenn sie im Guten passieren, nie schön- und wenn man Haustiere hat, kann es kompliziert werden. Titus war damals die Gesellschaft von zwei Katzendamen gewohnt: der alten Dame Salia und dem jungen, draufgängerischen Cooniemädchen Uppsala (genannt Upsi). Salia und Titus mochten sich zwar, aber so richtig und zu hundert Prozent hat es nie gepasst. Deshalb blieben die zwei Mädels zusammen und Titus brauchte einen neuen Kumpel.
Von der lieben Susann hatten wir damals klein Upsi geholt, und weil der Kontakt so gut war und Susann mit Herz und Verstand züchtete, fragte ich sie zuerst. Ein Kitten wollte ich nicht, sondern einen lieben Katzenkumpelkastraten etwa in Titus Alter. Und, so ein Zufall aber auch, Susann wusste mir sofort von Xan zu berichten :-)
Der Kater war sozusagen ein "Rückläufer": ein durch Erkrankung ausgelöstes Schiefköpfchen brachte ihn wieder zurück in seine Cattery Golden Summer. Und nun war er auf der Suche nach einem guten Platz mit Bleibegarantie. Was soll ich sagen: Hingefahren, angeguckt, totgelacht, kampfbeschmust worden, verliebt. Das gesprächige, tollpatschig-plüschige Riesenbaby zog wenig später bei uns ein und die zwei Kater verstanden sich fast auf Anhieb. Es ist zwar schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, dem Kater beim Laufen zuzusehen (Er will nach rechts... nö, nach links.... häääää???), aber ihn stört es nicht. Er läuft, springt, spielt, frisst, macht Quatsch und überrollt einen mit seiner Liebe wie ein roter Plüschtsunami. Seitdem ist die Schlafzimmertür nachts zwar zu, aber jeden Morgen erwartet er uns, als hätte er uns einen Monat nicht gesehen. Das ist Xan, die Kartoffeln ausbuddelnde Trüffelkatze, die Einmannbüffelherde, das "Ich liebe alle Menschen"-Empfangskomitee.

Xan im Beet
Xan liebt Blumen!

Titus, der Bettkater
Bett + offene Tür = Katerbelagerung


Woran erkenne ich einen guten Züchter?

Man schmeiße ein weibliches, empfängnisbereites Tier einer Art mit einem männlichen, an der Dame interessierten Tier (möglichst derselben Art) zusammen und warte was passiert. Ohne weiteres Zutun, Wissen oder Drumherum nennt man das dann Vermehrung. Ja, es kommen sehr wahrscheinlich Jungtiere dabei raus, und trotzdem ist Zucht etwas grundlegend anderes.

Es ist ein Kreuz mit der Zucht, denn sie macht Arbeit. Zucht bedeutet: Auseinandersetzung mit Bedürfnissen, viel Kompetenz und Wissen, eine große Portion Herzblut und ein solides, tragfähiges Gewissen, massig Verantwortungsgefühl inklusive. Zucht heißt, nur das Beste für die Tiere zu wollen. Nein, mit "das Beste" meine ich nicht den Inhalt des Portemonnaies anderer Leute.

Maine Coons sind in den letzten Jahren zu einer Art Moderasse avanciert. Und das ist stets schlecht, egal für welche Tierart. Denn das bedeutet, dass viele schwarze Schafe und, sagen wir, unbedarfte graue Lämmchen auf den Züchterzug aufspringen und ein Stück vom Kuchen haben wollen. Der Erfolg: zunehmend mehr kranke Tiere. Im Fall der Coonies und dem "Größenwahnsinn" wären das dann Hüft- und Herzprobleme. Aber wie erkenne ich nun einen von den Guten? Vorweg: eine hundertprozentige Garantie für Gesundheit gibt es nicht. Aber es gibt eine Menge Möglichkeiten, Krankheit und Leid zu vermeiden. Darauf kommt es an, darin sind wir uns doch sicher einig.
Wichtig ist, sich vor dem Kauf mit der Rasse auseinanderzusetzen. Blauäugig handeln und hinterher meckern? Also bitte! Doch nicht in Zeiten der allumfassenden Internetaufklärung, in der jeder (entschuldigung) Depp sich vor dem Kauf einer Mikrowelle an 6 verschiedenen Stellen über dasselbe Modell informiert.

Folgende Liste ist meinem Kopf entsprungen, darauf würde ICH achten, das würde ICH gegebenenfalls fragen. Kritik, Anregungen? Gerne! Bitte per E-Mail an mich!

1. Tiere sind teuer.

Autsch, wie bitte? Ganz recht. Geiz ist keinesfalls geil. Rassetiere bewegen sich in einem Rahmen, der zumeist deutlich ÜBER der eigenen
"Woah, ist das teuer!" - Grenze liegt. Meine Tierärztin sagte mal: "Meine liebsten Kunden haben ein kleines Kätzchen vom Bauernhof." Nun, zu diesem Zeitpunkt hatte ich gleich zwei solche kleinen Kätzchen und wusste bald, was sie meinte. So gut wie immer muss man Geld in solche Tiere stecken. Manchmal auch viel Geld. Empfindlich viel. Ein wenig mehr bezahlt, und man hätte gleich ein voll versorgtes, gut sozialisiertes und gesundes Kitten bekommen - und die Nerven geschont.
Warum ein Tier beim Züchter viel kostet: Gesundheitsvorsorge, Untersuchungen der Eltern, Gesundheitsvorsorge bei den Kleinen (Entwurmen, Impfen, Durchchecken, Kastrieren, eventuell Chippen), qualitativ hochwertiges Futter, Arbeitszeit im Sinne von Betreuung, Spritkosten etc. nicht mit eingerechnet. Die Papiere, der berühmtberüchtigte Stammbaum, kostet auch - aber von alldem am wenigsten. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich züchte nicht und habe nur begrenzt Ahnung. Ich weiß aber, dass kein verantwortungsvoller Züchter durch seine Katzen zum Krösus wird. Übrigens: Preisvergleich lohnt sich trotzdem! Werden Kitten ungewöhnlich günstig angeboten, ist Misstrauen bzw. Nachfragen angebracht ;-) Frag dich (oder den Betreffenden), woran hier wohl gespart wird?
Liebhabertiere sind übrigens zumeist etwas günstiger als Tiere, die zur Zucht bestimmt gekauft werden und sind bei Abgabe häufig bereits frühkastriert. Günstiger zu haben sind auch ältere Tiere, die aus der Zucht ausscheiden (Kastraten). Wer nicht unbedingt ein Kitten haben muss, kann hier zuschlagen. Und warum Stammbaum? Weil nur ein Tier mit Stammbaum als reinrassig zu bezeichnen ist. Um an Papiere zu kommen, muss ein Züchter in einem Verein organisiert sein, und eine solche Mitgliedschaft geht mit Vorschriften zum Wohle der Tiere einher. Klar worauf ich hinauswill, oder?

2. Das Wohl des Tieres steht im Vordergrund.

Oberstes Zuchtziel: gesunde Tiere. Danach kommt das Aussehen. Keine Kompromisse! Zucht nur auf Größe oder Farbe ohne Rücksicht auf Verluste? Hallo, gesunder Menschenverstand! *wink* Frag nach dem Zuchtziel. Das sollte dir schonmal einen ersten, wichtigen Eindruck vermitteln.
Wie leben die Tiere beim Züchter? Schau sie dir an. Wieviele Würfe gibt es pro Jahr, wieviele überhaupt pro Katze? Was wird an Vorsorge und Untersuchungen bei den Eltern getroffen? (Ultraschall etc.). Ein guter Züchter gibt seine Kitten NIEMALS ungeimpft ab. Er ist am Wohl des Tieres interessiert, auch wenn es bereits bezahlt und halb über die Türschwelle getragen ist. Üblich ist auch ein Futterpaket mit gewohntem Futter, damit es nicht zu gleich zu Bauchweh kommt. Informiere dich, sammel Eindrücke, frag viel! Aber sei darauf gefasst, dass auch der Züchter Fragen hat. Du erinnerst dich: das Wohl des Tieres steht im Vordergrund! Dem Züchter ist keinesfalls egal, in welches Zuhause sein kleiner Schützling kommt! Und du hast einen kompetenten Ansprechpartner an der Seite, alleine das ist Gold wert.

3. Liebe.

Die Tiere werden nicht als Ware angesehen, sondern mit Liebe und Herzblut aufgezogen. Das merkst du schnell, wenn du auch nur ein wenig Gespür und Empathie aufbringen kannst! Es steckt viel Mühe (und Wissen, und Kompetenz, und Zeit...) in der Aufzucht kleiner Miezekatzen, auch wenn der Züchter "nur" 13, 14 Wochen damit zu tun hat. Diese Zeit ist allerdings besonders wichtig, denn die kleinen Persönlichkeiten lernen fürs Leben. Es ist übrigens inakzeptabel, ein Kätzchen vorher aus dem Schoß der Familie zu reißen. Glaub es ruhig, du tust deinem Familienmitglied in spe keinen Gefallen damit!
Du bekommst also im Idealfall für dein sauer verdientes Geld ein gesundes Kitten, das ausschließlich Liebe und Zuwendung vom Menschen kennengelernt hat, gut sozialisiert ist und so einige Benimm- Regeln bereits intus hat. Ist es das nicht wert? Titus war beim Einzug an Kratzbaum und Katzentoilette (unterschiedliche Streusorten) sowie verschiedene Futtersorten (Stichwort: heikel!) gewöhnt und wusste so grob, dass man Menschen nicht mit Krallen traktieren sollte. Wer sich je in Katzenerziehung versucht hat weiß, dass das nicht durch Danebenstehen erreicht wird. Natürlich gibt es bei Kitten trotzdem Rabauken und Sensibelchen, sie sind nicht alle gleich. Hör auf dein Bauchgefühl!

Lass mich noch etwas zu der Thematik "Kitten retten" sagen. In diese Zwickmühle kommt man schnell, wenn man süße kleine hilflose Tierchen in alles andere als idealen Umständen erlebt. Am liebsten sofort einpacken, mitnehmen und mit Liebe und Zuwendung überschütten.
Allerdings musst du dich zwei Dinge fragen:
Will ich das schwarze Schaf letztlich mit meinem Geld dabei unterstützen, noch mehr arme Kitten zu produzieren, wenn ich das Tier jetzt bezahle und mitnehme, weil es mir so leid tut?
Und: Kann ich nicht anders gegen die Zustände vorgehen? Z.B. beim Katzenzuchtverein anfragen, oder beim Amtsveterinär.
Aber letztlich ist es deine Entscheidung, dein Gewissen. Da kann und will ich dir nicht dreinreden.
Warum überhaupt Rassekatzen?

Ist nur eine Rassekatze eine gute Katze? Ach Schmarrn. Wenn ich den Eindruck bei dir erweckt haben sollte, an dieser Stelle ganz ausdrücklich:

Jede Katze ist ein Meisterwerk. Ob Stammbaum oder nicht. Das wusste schon Leonardo Da Vinci. Wie sollte ich da widersprechen können? ;-) Aber wer sich für ein Rassetier entscheidet, hat einen bestimmten Grund. Mein Grund war eine Begegnung mit einem wundervollen Maine Coonkater vor einigen Jahren; das Tier hat mich begeistert und fasziniert. Von da an wusste ich: irgendwann zieht eine Maine Coon bei mir ein. Zwischenzeitlich teilte ich mein Heim, mein Bett und meine Teller aber auch mit Feld-Wald-Wiesen-Katzen und hatte sie genauso lieb. Und auch die zwei Miezedamen mit ohne Stammbaum hier hab ich bei Titus' Einzug nicht vor die Tür gesetzt....


Frühere Mitbewohner....

Kurz vorgestellt, Mama und Tochter, Caddy und Salia:



Ja, es sind Feld-Wald-Wiesenkatzen. Obwohl... eigentlich nur Caddy, denn Salia macht sich nicht so viel aus Spazierengehen. Da wir in der Stadt wohnten, sah auch Caddy die Wiese nur mit Leine. Ja, es klappte prima!